1. Gebot: Brief dich.

Unser Wissen erarbeiten wir uns selbst. Wir selbst sind dafür verantwortlich, gebrieft zu sein.  Nur mit dieser Einstellung werden wir auf Dauer schlaue Lösungen und brillante Ideen produzieren.

 

Das ist doch kein Briefing!

Der Kunde hat ein Briefing geschickt, mit dem du noch nicht das Feinkonzept schreiben kannst? Ja, kann sein, du Memme. Kleb dir ein Pflaster drauf und dann zurück aufs Pferd. Dass Kunden Briefings schicken, mit denen wir nicht sofort galoppieren können, ist überhaupt nicht schlimm. Schlimmer ist, dass wir das einfach nicht akzeptieren wollen. Es nützt nichts, darüber enttäuscht zu sein. Best case: Wir vergeuden Zeit mit der Erziehung dieser "ungehorsamen" Kunden. Worst case: Mit unserer Kritik am Briefing als präventiver Erstschlag säen wir eine Geschäftsbeziehung in gegenseitiger Hassliebe. Wenn ein Freund uns sagt: "Ich brauche deine Hilfe!", dann antworten wir auch nicht: "Beschreib mir erstmal genauer, was du von mir willst. So kann ich damit nichts anfangen." Dieses Beispiel hinkt natürlich, wenn du in deinem Kunden eher deinen Feind siehst.

1000 Fragen.

Wie soll jemand wissen, welches Wissen wir nicht wissen? Indem wir fragen. Bevor wir fragen, gehen wir aber ins Studium. Wir studieren den Kunden, sein Unternehmen, seine Produkte und seine Kunden. Wir studieren den Markt, den Wettbewerb. Wir studieren Studien. Wir recherchieren alles, was nur geht. Und dann stellen wir dem Kunden die 1000 Fragen. 100 davon bekommen wir beantwortet und das reicht. Es ist auch effizient im Vergleich zu dem Verfahren, das die zahlreichen Ämter für Kreativität bevorzugen: Bildung einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung und Abstimmung einer Briefingvorlage auf Basis der Anforderungen mit anschließender Einreichung an das Projektmanagement zur Weiterleitung an den Kunden. How fun!

Vertrau dem Kundenbriefing.

Bockiges Wörtlich-Nehmen ist hier fehl am Platz. Widersprüche oder Lücken im Briefing sind völlig normal. Zwischen den Zeilen lesen und Fingerspitzengefühl führen zum Ziel. Nimm den Kunden ernst, nimm sein Briefing ernst. Und wenn du etwas nicht verstehst, nimm den Rest weiterhin ernst. Hinter einem Briefing steckt keine böse Absicht! 

Misstrau dem Kundenbriefing.

Briefings schlagen häufig bereits Lösungen vor statt Aufgaben zu stellen. Wir spüren beim Lesen, dass die gebriefte Maßnahme für uns nicht plausibel ist. Diesem Gespür müssen wir vertrauen und folgen, denn am Ende dieser Spur werden wir im Zentrum des Labyrinths die wahre Problemstellung finden. Von dort aus startet dann die eigentliche Suche nach der Lösung. Nur so können wir Kunden überraschen mit Ideen, die zwar nicht dem Briefing wörtlich entsprechen, aber das Problem mit Eleganz lösen. 

Für diesen beglückenden Moment schlägt unser Herz, dafür arbeiten wir doch!