2. Gebot: Rechner aus!

Zum Denken macht man den Kopf auf, nicht das Notebook. Deshalb beginnen wir mit Konzepten auch nicht in einem Wireframe-Programm oder Power Point, sondern kritzeln auf Bierdeckel, skizzieren an Whiteboards oder malen in den Wüstensand. 

 

Galopp, nicht Trab.

"Ich lege am besten schonmal ein Dokument an!" Nix da. Mit welchem Programm malt man am schnellsten ein Rechteck? Oder macht sich dazu ein paar Randnotizen? Richtig, mit dem Stift. Lange im Menü rumsuchen, wie man eine Form skaliert, kann man sich also sparen. Dazu haben wir auch keine Zeit, wir müssen denken! 

Außerdem verleiten niedliche Sketch-Programme wie Balsamiq oder Profi-Tools wie Axure dazu, immer den ausgetrampelten Trail einzuschlagen. Es gibt schon eine fertige Darstellung für Tabs - dann nehmen wir für die Navi doch Tabs! Nope. Wir nehmen Tabs, wenn Tabs das beste sind.

Malen und notieren.

Gehirn und Stift sind also die Werkzeuge der Innovation. Zettel kann man auch noch mitnehmen, anderen zeigen, umsortieren und weiter bekritzeln. Skizzen sind schnell gemacht, jeder versteht sie. Du kannst nicht malen? Bestens. Je schlechter ein Konzeptioner zeichnet, desto weniger schränkt er die Phantasie der Designer ein. Wann bauen wir denn dann „richtige“ Wireframes in einem „richtigen“ Programm, so wie es richtig ist?

Stirb endlich, Fachkonzept. 

Erst wenn es zum Showdown mit dem Kunden kommt, ziehen wir unsere Ideen hübsch an und zeichnen Vierecke mit rechten Winkeln. Funktionalitäten spezifizieren wir auch wenn nötig oder scribblen mehrere Zustände von einem Element. Auf die Bürokratie formalistischer Fachkonzepte aber schießen wir. Unsere Funktionen sind ja auch schon mit Design und Entwicklung gemeinsam durchdacht. Siehe dazu in Kürze Gebot 3: Reden ist Silber, Schweigen ist Blei.